Lohnunternehmer bewegen täglich schwerstes Gerät über landwirtschaftliche Flächen. Die Tragfähigkeit des Bodens ist dabei keine Selbstverständlichkeit – sie muss aktiv erhalten werden. Die regelmäßige Kalkung ist Grundlage dafür.
Schlechte Bodenstruktur – ein unterschätztes Risiko
Moderne Maschinen erreichen Achslasten von 10 Tonnen und mehr. Ein Boden mit instabiler Gefüge-
Struktur kann diesem Druck nicht standhalten. Das Porenvolumen sinkt, Wasser- und Luftdurchlässigkeit nehmen ab, Wurzeln können nicht mehr tief eindringen. Ertragseinbußen und erhöhter Zugkraftbedarf sind die direkte Folge – Kosten, die Landwirt und Lohnunternehmer gleichermaßen belasten.
Der Schlüssel zur stabilen Krümelstruktur liegt in ausreichend Calcium. Ohne Calcium lösen sich Ton-Humus-Komplexe auf, der Boden wird dicht und klebrig. Dazu kommt: Säureeinträge durch Regen, Pflanzenatmung und sauer wirkende Dünger versauern Böden kontinuierlich – ein Prozess, der ohne gezielte Gegenmaßnahme den pH-Wert und damit die Bodenstruktur dauerhaft schädigt.
Kalk wirkt auf drei Ebenen gleichzeitig
Kalkung beeinflusst chemische, physikalische und biologische Bodenprozesse zugleich. Chemisch hebt sie den pH-Wert und verbessert die Nährstoffverfügbarkeit. Physikalisch fördert sie über Tonflockung die Krümelstruktur und vergrößert das Porenvolumen. Biologisch schafft sie optimale Bedingungen für Regenwurm und Bodenmikroorganismen.
Besonders rasch wirkt Branntkalk. Er gibt in Verbindung mit Bodenfeuchtigkeit große Mengen an Calciumionen frei, die Ton- und Humusteilchen zu stabilen Komplexen verbinden. Die Tonflockung setzt ein, der Boden lockert sich, wird mechanisch belastbarer und erwärmt sich im Frühjahr früher – ein echter Zeitvorteil für den frühen Arbeitsbeginn. Für optimale Wirkung wird Branntkalk nach der Ausbringung seicht eingearbeitet.
Auf Standorten mit bereits hohem pH-Wert und nachgewiesenem Calciummangel bietet sich BOKASULF (Gips, CaSO4) an. Es liefert strukturwirksames Calcium, ohne den pH-Wert zu verändern, und versorgt die Pflanzen zusätzlich mit direkt verfügbarem Sulfat. Mischprodukte aus Kalk und Gips ermöglichen eine standortgenaue Anpassung.
Kalkbedarf, Menge und Zeitpunkt
Grundlage jeder gezielten Kalkung ist eine Bodenuntersuchung. Bodenart, Humusgehalt und pH-Wert bestimmen den Bedarf. Für die Erhaltungskalkung sind im Ackerbau alle 3 bis 5 Jahre je nach Bodenschwere zwischen 0,5 und 2,0 t CaO/ha notwendig. Gekalkt werden kann grundsätzlich das ganze Jahr, entscheidend ist die Tragfähigkeit zum Ausbringungszeitpunkt.
Feuchtkalkausbringung im Grünland, Bildquelle: Bodenkalk
Die Produktwahl richtet sich nach Boden und Ziel. Mehlfeine kohlensaure Kalke können als Trockenkalk mit Schneckenstreuern oder als Feuchtkalk mit Tellerstreuern ausgebracht werden. Brannt- und Mischkalke sind die erste Wahl auf mittleren und schweren Böden, insbesondere wenn Strukturverbesserung und Hygienisierung erreicht werden soll. Granulate lassen sich komfortabel mit Tellerstreuer oder Mineraldüngerstreuer ausbringen.
Kalkung als Dienstleistungsargument
Wer als Lohnunternehmer auf die Notwendigkeit regelmäßiger Kalkung hinweist, bietet echten Mehrwert. Gut gekalkte Böden sind tragfähiger und ertragreicher. Die Ausbringung von Branntkalk, Kohlensaurem Kalk, Mischkalk, Granulaten oder Gips ist kein Randthema – sie ist das zentrale Element der Bodenpflege, das die Effizienz der gesamten Feldarbeit von Grund auf beeinflusst.
Dieser Beitrag wurde von Dipl.-Ing. Dominik Gruber, BSc, BEd - BODENKALK e. Gen. - zur Verfügung gestellt.





















































































































